Rework

«Schmeissen wir alles einfach mal über den Haufen und starten nochmals von vorn», haben sich wohl die beiden Autoren beim Schreiben dieses Buchs gedacht. Denn sie pfeifen so gut wie auf alle Lehren, die man aus dem klassischen Unternehmensmanagement kennt. Ausbauen? Nicht, wenn nicht unbedingt nötig. Klassische PR? Fehlanzeige. Fremdfinanzierung? Definitiv nicht. Und noch vieles mehr. Doch ergibt diese Lektüre so überhaupt noch Sinn, wenn man mal grundsätzlich alles infrage stellt?

Mit diesem Satz beginnt das Buch:

Wir haben etwas Neues darüber zu sagen, wie man ein Unternehmen aufbaut, führt und vergrößert (oder nicht vergrößert).

Und es ist ein Versprechen, das sie definitiv halten. Denn sie haben bei vielen Sachen neue und erfrischende Ansätze. Das hat nichts mehr mit dem Schulstoff aus der Theorie zu tun. Das sind eigene Erfahrungen, die durchwegs Sinn ergeben. Man kann also auch mit wenig Mitteln, ohne Fremdfinanzierung und viel Tatkraft und Überzeugung ein Geschäft gründen. Und das finde ich sehr sympatisch. Das bedeutet jedoch auch, wirklich ganz unten zu starten und sich aus eigener Kraft hochzuarbeiten.

Start-up aus eigener Kraft

Ganz ehrlich, man braucht keine überdimensionale Fremdfinanzierung. Und man braucht auch nicht mal einfach das Startup Grundpaket, wie es vielerorts angepriesen wird. Man braucht eine gute Idee, das benötigte Wissen in diesem Fachgebiet, Zeit und den Tatendrang um die Idee umzusetzen. Sie sagen, man solle auf das heute so populäre Getue drumherum verzichten und es einfach tun. Das Beste sei, wenn man dann noch sein eigener Kunde sei. Denn so baut man etwas auf, was für einen selbst Sinn ergibt und was man selbst benötigt, damit das Produkt einen Mehrwert bringt. Macht Sinn. Man muss nur damit rechnen, dass man mit dieser Art anfangs definitiv unten durch muss. Nichts mit glamourösen Einweihungsparties und wunderschönen Büros und vielen Mitarbeitern, die die Arbeit für einen erledigen. Ich kann jedenfalls bestätigen, dass dies funktioniert. Aber es war für mich zumindest harte Kost, denn man muss sich effektiv selber um so einiges kümmern, spart sich jedoch sehr viele Ausgaben. Nur, kann man wirklich einfach mal etwas Neues aus dem Boden stampfen und von Null auf starten?

Eine gewisse Grundlage muss vorhanden sein

Klar sagen die beiden Autoren, dass man vor Allem einfach tun muss, wovon man überzeugt ist, um eine neues gutes Produkt umzusetzen. Das ist insofern auch korrekt. Nur starten sie auch nicht ganz von Null auf. Sie haben als Basis zuerst eine Beratungsunternehmung gegründet, wo sie den Bedarf für Ihr erstes Produkt (Basecamp) entdeckt und anschliessend umgesetzt haben. Zudem hatten Sie auch das gerade dafür benötigte Grundwissen und doch auch durch ihr eigenes Unternehmen etwas finanzielle Freiheit, um das Produkt umzusetzen. Das heisst für mich, dass man erst irgendwo doch seine Erfahrungen sammeln muss und dass nicht gleich die erste Idee einfach so klappt. Und deshalb bin ich der Meinung, dass sie einen wichtigen Aspekt für das erfolgreiche Starten mit einem eigenen Produkt nicht mit einbeziehen: die Erfahrung. Denn mit Erfahrung ist es klar, dass man von Mal zu mal besser wird und bereits schon beim zweiten Mal zum Beispiel keinen kompletten Businessplan mehr benötigt und mit einfachen Notizen arbeiten kann. Ist einfach so, man muss Erfahrungen machen um zu wissen, was wie weshalb läuft.

Optimal für mehr Motivation

Benötigst du Motivation? dann ist diese Lektüre genau das richtige Buch für dich. Denn motivieren können die Herren. Sehr gut sogar. Es ist ein Genuss, das Buch durchzulesen und es wird kaum langweilig. Denn das Buch ist rasch gelesen. Ohne Umschweife und Firlefanz. Ich habe daraus viele Ideen und Motivation gewonnen.

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Zusammenfassung

Wenn ein Unternehmen erfolgreich sein will, benötigt es angeblich hoch bezahlte Direktoren, lange Meetings, ein grosses Werbebudget, Fünfjahrespläne und vor allem ständiges Wachstum. So weit die Theorie. In der Praxis kommen die Software-Unternehmer Jason Fried und David Heinemeier Hansson schon seit 10 Jahren ohne all das aus – und haben Erfolg. Die Autoren repräsentieren eine zukunftsweisende Geschäftskultur, die dabei ist, die alten Konzern-Dinosaurier das Fürchten zu lehren. Smart sind die neuen Unternehmer, beweglich, unprätentiös und technisch auf der Höhe. Arbeit ist für sie kein Selbstzweck, und Lebensqualität gehört ebenso zum Business wie die unvermeidliche menschliche Unzulänglichkeit. Nüchtern und wirksam setzt sich „Rework“ von hochtrabenden Begriffen wie „Reform“ oder „Revolution“ ab. Entstanden ist eine ketzerische „Business-Bibel“, die keine Management-Phrasen herbetet, sondern Mut macht zu echter Eigenständigkeit. Zu Recht schrieb ein Rezensent: „Sie können dieses Buch ignorieren, aber auf eigene Gefahr“.

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