Der kleine Macchiavelli

«Handbuch der Macht für den alltäglichen Gebrauch» lautet der Untertitel des kleinen Macchiavellis. Und die Erwartungen werden nicht enttäuscht. In diesem Werk steckt so einiges an Politik für machthungrige. «Wenn es Ihnen aber gelingt, die Regeln einzuhalten, dann können wir Ihnen versichern, dass Sie es mindestens bis zum Direktor bringen.» So lautet das Versprechen ganz zum Ende des Buchs. Aber, können die Herren Peter Noll und Hans Rudolf Bachmann dieses auch halten?

Wer ist eigentlich dieser Macchiavelli?

Niccolò di Bernardo dei Machiavelli (* 3. Mai 1469 in Florenz, Republik Florenz; † 21. Juni 1527 ebenda) war ein florentinischer Philosoph, Politiker, Diplomat, Chronist, Schriftsteller und Dichter.

Vor allem aufgrund seines Werkes Il Principe (Der Fürst) gilt er als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. Machiavelli ging es hier – im Ansatz neutral – darum, Macht analytisch zu untersuchen, anstatt normativ vorzugehen und die Differenz zwischen dem, was sein soll, und dem, was ist, festzustellen. Er orientierte sich in seiner Analyse an dem, was er für empirisch feststellbar hielt. Sein politisch-philosophisches Werk Discorsi ist darüber in den Hintergrund getreten.

Quelle: de.wikipedia.org

Peter Noll war unter anderem Professor für Strafrecht an der Universität Zürich, und Hans Rudolf Bachmann, Manager, Mitglied von mehreren Aufichtsräten und vieles mehr, haben Macchiavellismus ins Moderne übersetzt; mit einigen konkreten Fallbeispielen. Auch wenn Niccolò di Bernardo dei Machiavellis Zeiten schon seit knapp fünf Jahrhunderten vorüber sind, gelten seine Gesetzmässigkeiten der Macht gemäss den beiden Autoren auch heute noch. Das Spiel der Macht ist stets noch dasselbe.

500 Jahre sind eine lange Zeit

Nun, jetzt komme ich und sage, dass die heutige Zeit mit der Generation Y oder Z anders tickt als vor 500 bzw. einem halben Jahrhundert. Und wenn ich darauf bestehen würde, würde ich ziemlich sicher falsch liegen. Denn auch wenn heute vieles ganz anders erscheint und wir uns in einer komplett neuen Welt fühlen, das Gesetz der Macht bleibt bestehen. So einfach ist eine jahrhundertealte These nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, Internetzeitalter hin oder her. Die beiden Autoren haben den Macchiavellismus meines erachtens authentisch in die Moderne transferiert. Das hat Hand und Fuss, auch heute.

Muss ich das jetzt lesen?

Zu Beginn habe ich mich gefragt, was ich hier genau lese. Mir als Freidenker und kreativen Menschen hat das zunächst etwas aus der Bahn geworfen. Ist unsere Welt wirklich so? Lauter graue Mäuse, die ohne viel selber Zutun die Macht der Welt in den Händen halten? Ist es so „einfach“? Doch dann habe ich den Spass gefunden an der Machtpolitik von heute und habe das Buch in nur zweimal Aufschlagen durchgelesen. Auch wenn ich mich mit diesem Werk dem Manager nochmals etwas entfernt habe, dieses Buch hat mir spannendes Wissen vermittelt. Wer weiss, vielleicht ergibt sich mal die Situation, wo du plötzlich über etwas mehr die Geschäftspolitik und die Macht wissen solltest und dieses Wissen in der Praxis anwenden kannst. Und auch wenn du noch so sicher nie über diese Situation stolperst, nur schon das Verständnis, wie die gefühlt weit entfernte Welt tickt, schadet nicht. Deshalb, lies das Buch. Der Umfang hält sich in Grenzen und vermittelt in aller Kürze viele spannende Fakten.

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt dieses »Handbuchs« steht der Manager, der erfolgreiche Aufsteiger der Neuzeit, dem jedes Mittel recht ist, wenn es nur der eigenen Karriere dient. Daran hat sich wenig geändert, seit Niccolò Machiavelli in seiner Streitschrift »Il principe« die Regeln des Machtspiels beschrieben hat. Machtgewinn heisst das erklärte Ziel, es gilt, sich möglichst perfekt die »Powerplay«-Gesetze anzueignen. Eine erfrischende Satire auf die Wirtschaft und ihre Drahtzieher.

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